Ich wünsche mir so sehr,
dass ich nen Brief krieg,
im Inhalt weder Lob noch Kritik,
sondern eiskalte Gedichtanalytik.

So linguistisch richtig,
spitzfindig listig
verfasste Dissertationen von
Germanistikprofessoren.

Ob ich das Versmaß vergaß,
mich beim Vers gar vermaß,
und mich mehrfach verlas,
ich möcht wissen, wie war‘s?

Sind die Reime reine Reime?
Kreuzen sie sich zeilenweise?
Sind sie geschüttelt nicht gerührt
oder gerüttelt und geschürt?

All das möge man mir schreiben,
in einem Aufsatz ohnegleichen,
auf dass mein Wunsch sich bald erfüllt
und mein Herz nicht kalt erstillt, denn

– nichts andres würd mich,
an und für sich, fürstlicher
belohnen …als
Gedichtinterpretationen.

© 2014 Phriedrich Chiller Friedrich Chiller

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